My first travel Uganda Uganda, Kampala   01:44

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Kathrin, 27 November 2009
Uganda Uganda , Kampala 28°


Der letzte Bericht aus Uganda

Freitag, 27. November 2009, 5:19 Uhr:
Aufgewacht, weil einfach zu viele Gedanken in meinem Kopf umherschwirren. Die Eindrücke des Tages drängen sich an die Oberfläche meines Bewusstseins und lassen mich nicht schlafen. Der heftige Regen, der über mir einprasselte ist mittlerweile vorbeigezogen und entlädt sich in der Ferne irgendwo über Natete- mein Zimmer wird von den Blitzen erhellt. Ich werde diesen Regen wohl vermissen, der sich nachts sinnflutartig über dem Land ergießt, der sich anhört, als könnte ihm kein Dach standhalten, der dieses Land so wunderschön grün färbt…
Gestern war mein letzter Mukisa Tag. Die Fassung zu behalten war zum Glück nicht mein Tagesziel, ich war vorbereitet: Das, was ich den Müttern und Mitarbeitern zum Abschied sagen wollte, hatte ich mir vorsichtshalber aufgeschrieben, doch als es dann soweit war, versagte mir die Stimme und die Dämme waren, wie es so schön heißt, gebrochen…aber ich werde wohl dort beginnen, wo man immer beginnt: Am Anfang.
In der letzten Woche habe ich versucht, möglichst wenig Stress aufkommen zu lassen, habe mir noch den ein oder anderen leckeren Kaffe gegönnt, war mit Sonja shoppen, habe mir bei der Pediküre die Füße verschönert, zum gemütlichen Kürbissuppeessen im Garten eingeladen… es mir einfach schön gemacht. Bei der Arbeit habe ich es ruhig angehen lassen und mir nochmal schöne Stunden mit meinen Kids gemacht.
Ich wachte am Donnerstag schon um 6 auf, konnte vor Aufregung kein Auge mehr zumachen und der Hahn der Nachbarn tat sein übriges. Ich bereitete mich auf meinen letzten Tag bei Mukisa vor, indem ich meine Gedanken zu Papier brachte, die Karte für die Mitarbeiter schrieb, den Kuchen und die Bonbons zusammensuchte und in Gedanken in den Erinnerungen der letzten 11 Monate schwelgte. Ich konnte gar nichts dagegen tun, die Bilder meiner Zeit bei Mukisa tauchten in meinem Kopf wie Luftblasen auf und zerplatzten. Das letzte Mal saß ich im Mukisa Auto und fuhr gemeinsam mit Ruth und Alex zur Arbeit. Bei Anett, unserer Küchenfee, hatte ich tags zuvor Halfcakes zum Frühstück bestellt, kleine frittierte Teigbällchen und –schleifen, die ich den Müttern und Mitarbeitern zum Dank für die schöne Zeit ausgegeben habe. Anett hatte schon die erste Ladung fertig und im Mukisa Wohnzimmer war es schon voll: weil Freitag Feiertag ist, sind viele Mütter heute gekommen und verteilen sich nun im gesamten Raum auf dem Boden und Frühstücken. Das Wetter ist super und auch draußen auf der Veranda sitzen Mütter mit ihren Kids. Die Stimmung ist wuselig, aufgekratzt und es riecht süßlich… ein toller Tag!
Von vielen Kindern und Müttern habe ich mich schon während der Woche verabschiedet, doch es sind noch ziemlich viele da, bei denen mir der Abschied schwerfallen wird: der kleine John, Isaac, Godwin, Patricia, Eva,…
Traditionell wird der Abschied von Volontären nach der Musikrunde gefeiert. Ich habe dies schon unzählige Male bei Mukisa miterlebt, war für die Abschiedskarten zuständig, habe Geschenke zusammengestellt und der Zeremonie beigewohnt. Und dieses Mal bin ich diejenige, die dort stehen, etwas sagen, ein Geschenk bekommen soll, für die die Mütter beten, die gute Wünsche entgegen nehmen soll und genau weiß, dass sie das nicht ohne vielen Tränen machen kann. Bei dem guten Wetter verlegten wir die Musikrunde nach draußen, aus Leibeskräften wurde gesungen und getanzt, alle Mitarbeiter waren dabei und die Stimmung war absolut überwältigend.
Und dann kam der große Augenblick: Juliette verkündete den Müttern, das heute mein letzter Tag sei, das ich nun wieder die Heimreise antreten würde und leitete somit zum Abschiedsteil über. Der Knoten in meinem Hals zog sich zu und ich merkte, die heitere Stimmung während des Singens kann ich nicht aufrechterhalten. Mit Blick auf die Mütter und Kinder, meine Kollegen wurde mir doch ganz anders. Ich stand artig da, hörte dem zu, was Mama Isaac mir erst auf Luganda, dann auf English wünschte, bekam Tränen in den Augen, als die Mütter im Chor ein Gebet für mich sprachen und verlor dann vollends die Fassung, als ich etwas sagen sollte. Juliette leistete mir Beistand, legte mir ihren Arm um die Schulter und sprach mir gut zu, doch die Tränen liefen und ich fühlte auf einmal den Abschiedsschmerz, den ich die ganze Woche über in mir spürte und zu verdrängen versuchte. Unter Schluchzten las ich meine vorformulierten Worte vor
Bamama,
Ich möchte euch so sehr dafür danken, mich einen Teil eures Lebens sein gelassen zu haben- einen Teil der Mukisa Familie. Jeden Tag zu Mukisa zu kommen war wie Freunde und Familie besuchen. Danke für das Lachen, die Liebe für eure Kinder und für eure gegenseitige Unterstützung! Die letzten 11 Monate haben mein Leben geprägt und ihr alle habt Fußabdrücke in meinem Herzen hinterlassen- dafür bin ich euch dankbar!
Bis wir uns weidersehen, halte Gott euch geschützt in seiner Hand halten.
Auch bei den Müttern kullerten Tränen und ich musste an die Worte denken, die mir beim Abschied im Dezember so häufig gesagt wurden: in einem Jahr wirst du an anderer Stelle stehen und genauso trauern, wie du es jetzt tust. Es ist wahr. Ich habe einen Schmerz in mir gefühlt, wäre am liebsten zu Emirates gegangen und hätte meinen Rückflug abgesagt, doch als die Abschiedsworte erst mal raus waren, der Kuchen verteilt und ich mein Geschenk in den Händen hielt und Fotos gemacht wurden ging es auch bei mir bergauf. Abschied nehmen ist eben jedesmal auch ein bisschen wie sterben. Alles, was mir da noch zu sagen bleibt ist: Meine Nerven…
In diesem Sinne: ich freue mich schon auf die „ich bin wieder zu Hause Freudentränen“ und weiß ganz bestimmt: lange dauert es nicht und ich bin wieder in Uganda.
Bis nächste Woche in Deutschland ihr lieben! Danke fürs fleißige lesen und kommentieren, fürs mitfühlen und neugierig sein.

 

Kommentare zu diesem Eintrag

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The adventure has finished!

Kommentare zu diesem Eintrag

Andy

27 November 2009

Ja dann flieg mal Vorsichtig nach Hause ! Und lenk den Pilot nicht so oft ab.

Connie

27 November 2009

Irgendwann möchtest du vielleicht auch einmal Weihnachten in Uganda erleben ...

heike

28 November 2009

ja, wie wahr, jeder abschied ist ein kleines sterben - sterben aber auch für das neue, was kommt....

Lisl

28 November 2009

Oh wie schön...Miss Obama! Wink

dani

28 November 2009

oh man...da kommen mir schon fast die tränen beim lesen!!!

ich freu mich riesig auf dich!!

Sandra

30 November 2009

Ich freue mich schon sehr auf Dich, Katherin Smile

Karin

1 Dezember 2009

Hallo Kathrin,
wir kennen uns persönlich(noch)nicht.Connie hat mir von deiner Reise erzählt, und ich habe mit Begeisterung deine eindrücklich geschriebenen Reiseberichte verfolgt.
Ich wünsche dir ein gutes Wiederankommen in Münster!
Vielleicht lernen wir uns ja auch mal persönlich kennen.
"Et kütt wie et kütt..." In diesem Sinne
liebe Grüße aus Kölle
Karin
(zur Verbindung Münster-Köln, kann dir Connie ja dann mal näheres berichten)

nicky

22 Dezember 2009

Dear Kathrin,

Back in cold Germany? Are you homesick, do you want to go back to Uganda?

I wish you a merry, merry christmas, and a beautifull 2010 full of love, happiness, good luck, new chances, and lots of hugs!

lots of love
Nicky

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